MICHAELOBERTREPORTAGEN
Menschenknochen liegen herum, zerrissene Leichentücher, ein verstaubter Sonntagsschuh. Grüfte sind aufgebrochen, Schädel unter Kreuzen arrangiert wie Grabverzierungen. Der Hauptfriedhof von Port-au-Prince gleicht einer Stadt aus Gräbern. »Der beste Ort, um die Spur der Zombies aufzunehmen«, flüstert Tektek, der drahtige, hochgewachsene Haitianer. Ganz wohl ist ihm bei der Sache nicht. Zombies seien gefährlich, besonders für einen Weißen. Ob die lebenden Toten tatsächlich existierten? »Dumme Frage«, zischt Tektek. »Haiti ist Voodooland. Jeder hier weiß, dass es Zombies gibt. Sicher wie Regen im Mai.« In Haiti wird oft und gern über Zombies gesprochen, sobald ein Außenstehender jedoch genauer nachfragt, herrscht eisiges Schweigen ...